Im 'Kapital' erscheint der Warenfetischismus zunächst als das schlechthin Einfachste, als der Grundmechanismus, der alle Täuschung der kapitalistischen Gesellschaft nach sich zieht. Diese Täuschung ist alles andere als leicht aufzuheben, sie "erscheint, vor wie nach jener Entdeckung [des Warenfetischismus] den in den Verhältnissen der Warenproduktion Befangenen ebenso endgültig, als daß die wissenschaftliche Zersetzung der Luft in ihre Elemente die Luftform als eine physikalische Körperform fortbestehen läßt". (MEW 23, 88) Das bedeutet aber mehr als daß er lediglich praktisch aufzuheben ist, es tangiert auch die Weise, in welcher der Warenfetischismus 'elementar' ist, in der er 'objektiv' ist.
Der Fetischismus erscheint im Kapital zweimal: neben der weit stärker rezipierten Stelle am Ende des Kapitels über die allgemeine Warenform taucht er ein zweites Mal gegen Schluß des dritten Bandes auf: angekündigt durch die Darstellung der "reinen Fetischform" (MEW 25, 406) des Zinskapitals, der "Mutter aller verrückten Formen" (Ebd., 483). Das heißt, die Diskussion des Warenfetischismus läuft auf die Diskussion der verschiedenen Revenuen (Zins, Profit, Grundrente, Arbeitslohn) hinaus; das heißt aber: erst in der ganzen kapitalistischen Gesellschaft ist
die Mystifikation der kapitalistischen Produktionsweise, die Verdinglichung der gellschaftlichen Verhältnisse, das unmittelbare Zusammenwachsen der stofflichen Produktionsverhältnisse mit ihrer geschichtlich-sozialen Bestimmtheit vollendet; die verzauberte, verkehrte und auf den Kopf gestellte Welt, wo Monsieur le Capital und Madame la Terre als soziale Charaktere und zugleich unmittelbar als bloße Dinge ihren Spuk treiben. (Ebd, 838)