Herta Nagl-Docekal. Feministische Philosophie. Ergebnisse, Probleme, Perspektiven.

Fischer Verlag, 1999 (284 S.)

 

 

Unter dem Signet „Feministische Philosophie“ wurden die verschieden­sten Fragestellungen, Analysen und Ansprüche formuliert. Was ist aus heutiger Sicht ein angemessener Begriff von Feministischer Philosophie? Dieser Frage geht Herta Nagl-Docekal nach. Sie untersucht den state of the art feministisch motivierter Forschung, wobei ihr Weg von der Anthropologie über die Ästhetik, Wissenschaftstheorie und Vernunftkritik bis zur politischen Theorie und Rechtsphilosophie führt. Ein leitender Gesichtspunkt ist dabei, Defizite gängiger Thesen zum Thema »Geschlecht« sichtbar zu machen. Ferner wird aufgezeigt, dass es zu unterscheiden gilt zwischen legitimer Kritik an asymmetrischen Verhältnissen und rhetorisch überzogenen Gegenentwürfen. Mit diesem Buch liegt eine orientierende Zwischenbilanz vor, die neue Perspektiven feministischer Theoriebildung öffnet.

 

Herta Nagl-Docekal ist Professorin für Philosophie an der Universität Wien. Im Fischer Taschenbuch Verlag liegen vor: Jenseits der Geschlechtermoral (Hg., zusammen mit Herlinde Pauer-Studer, Bd. 11630) und Der Sinn des Historischen (Hg., Bd. 12776). 

 

 


INHALT

 

Einleitung

Feministische Philosophie unter post-feministischen

Bedingungen  ................................          7

Kapitel l

Zur Anthropologie der Geschlechter .  ............... ..    17

1. Warum es keine »natürliche« Ordnung der Geschlechter gibt    .   .    17

2. Leiblichkeit als Thema von Freiheit            ...........     28

3. Sind »binäre Oppositionen« diskriminierende Sprechakte?       ..     37

4. »Cartesianismus« - ein Vorwurf mit Präzisierungsbedarf ....      41

5. »Sex/Gender«: Wie eine langwierige Debatte

beendet werden könnte ...............   ...    46

Kapitel 2

Die Kunst und das Weibliche   ....................      69

1. »Art is gendered«     .................... . 69

2. Sigmund Freud und die Künstlerin   .............   75

3. Schreiben mit weißer Tinte   ................   90

4. Feministische Ästhetik   ..................   109

Kapitel 3

Vernunft — ein männlich konnotierter Begriff.  ........... 124

1. Ein Problem - viele Fragen    .................  124

2. Rationalität und Geschlechtsblindheit in den Wissenschaften   . ...  .  125

3. Beruht die Wissenschaft auf aggressiver Männlichkeit? .   .... 152

4. Die Kritik am abendländischen Logos   ............  160

5. Ist das Subjekt durch instrumenteile Vernunft geprägt? .   .... 166

6. Abgespaltene Gefühle    ..................   171

Kapitel 4

Für eine nicht-essentialistische Politik ................ 178

1. Moralphilosophische Grundlagen ..............    178

2. Das feministische »Wir«    .....................   188

3. Staatsbürgerinnen oder:

Warum die Vertragstheorie reformuliert werden sollte   .....   200

Anmerkungen     ....................... .....   223

Namenregister    .............................   279