Meike Lauggas. Mädchenbildung bildet Mädchen.
Eine Geschichte des Begriffs und der Konstruktionen. Feministische Theorie Band 40, Milena Verlag, Wien 2000
 
 

 "Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu gemacht".

Simone de Beauvoirs Feststellung war ein wichtiger Hinweis auf die gesellschaftliche Konstruktion von Weiblichkeit und wurde auch in bezug auf die scheinbar naturhaften Voraussetzungen hinterfragt. Unberücksichtigt blieb dabei allerdings, daß Mädchen nicht als Frauen geboren werden, sondern erst zu solchen heranwachsen. Diese implizite Gleichsetzung von weiblichen Erwachsenen und Kindern schlägt sich auch in ihrem jeweiligen gesellschaftlichen Stellenwert nieder, wird aber erst anhand der historischen Hintergründe nachvollziehbar.

Den Anfang dieser Suche nimmt die Autorin beim Wort: “Mädchen” ist seit dem 18. Jhdt. eine Verkleinerungsform, deren Entstehungshintergründe auf sprachhistorischer Ebene beleuchtet werden. Habsburgische Mädchenschul-Akten des 18. Jahrhunderts werden hierfür als Quellen gelesen, die einen der ersten Orte intensiver Diskursivierung von Mädchen darstellen und ihr Leben ein Stück weit vorstellbar machen. Die historische Neubewertung weiblicher Kindheit, zu der die Autorin dabei gelangt, bietet neue Perspektiven in bezug auf die Prävention von (sexueller) Gewalt gegen Mädchen, sowie auf aktuelle Sozialisations- und Koedukationsdebatten. Den Abschluß bildet eine Analyse heutiger feministische Bilder und Thematisierungen von Mädchen z. B. im Girly und Görl.

Im Anhang findet sich eine Adressenübersicht von Mädcheninitiativen und -beratungseinrichtungen im deutschsprachigen Raum.

 

Meike Lauggas, geb. 1970 in Wien, aufgewachsen in Bozen. Studium der Geschichte und Politikwissenschaft, Soziologie, Philosophie in Innsbruck, Wien, Neapel. Historikerin, Lektorin an der Universität Klagenfurt, lebt als freie Wissenschafterin in Wien.

 

Trägerin des “Gabriele-Possanner-Förderungspreises für wissenschaftliche Leistungen, die der Geschlechterdemokratie in Österreich dienlich sind” 1997.

Empfohlen all jenen, die sich im Alltag praktisch und/oder theoretisch mit Mädchen(bildern) auseinandersetzen: Eltern, Erziehungsberechtigte, wissenschaftliches Fachpublikum.