Es gibt zwei Gründe, zu versuchen, das Konzept des "Consistent Structure Realism", das im Abschnitt "Auswirkungen auf die wissenschaftstheoretische Realismusdebatte" vorgestellt wurde, auf die metaphysische Diskussionsebene zu heben.

Zunächst ergibt die wissenschaftstheoretische Formulierung ein eigentümlich zweiteiliges Verständnis einer Realität, die einerseits die beobachtbare Welt direkt wahrnehmbarer Objekte umfassen soll, andererseits aber auch die nicht ontologisierbare strukturelle Welt der Theorie einschließt. Diese Konstruktion erscheint wissenschaftstheoretisch zielführend, ist aber aus metaphysischer Sicht nicht wirklich befriedigend. Es liegt daher der Ansatz nahe, den zweiteiligen Realitätsbegriff zu vereinheitlichen, indem man versucht, die Ent-Ontologisierung der wissenschaftlichen Welt auf die sichtbare Welt auszudehnen und den Realismus der konsistenten Struktur zum alleinigen Realitätskonzept zu erheben.

Die Bedeutung dieses Vorhabens wird durch die Tatsache gesteigert, dass die metaphysische Realismusdebatte ähnlich ihrer wissenschaftstheoretischen Verwandten die Suche nach einer Mittelposition zwischen ontologischem Realismus und Antirealismus forciert. Eine Verallgemeinerung des "Consistent Structure Realism" könnte daher als nicht-ontologische Variante des Realismus auch im metaphysischen Kontext von Interesse sein.

Die metaphysische Verankerung der konsistenten Struktur als Träger eines Realitätskonzepts stößt auf eine Reihe von Schwierigkeiten. Die Suche nach Überwindung derselben sollte unserer Ansicht nach eine belebende Wirkung auf den Gang der metaphysischen Realismusdebatte haben und könnte schließlich auch auf die physikalische Entwicklung rückwirken.