Einladung zum Vortrag

 

von

 

Mag. Agnes Neumayr

(Institut für Ethnologie, Universität Wien)

 

 

"Aisthetike episteme" und die

Politik der Gefühle

Die Kunst zu lieben im Umgang mit Macht

 

 

Do, 7. 12. 2000, 19.00 Uhr
Institut für Philosophie, 1010 Wien
Universitätsstraße 7 / 3. Stock, HS 3F

 

 

 

Den Ausgangspunkt der ästhetischen Fragestellungen in diesem Vortrag bildet die "Theorie der symbolischen Transformation" der Philosophin und Kunsthistorikerin Susanne Langer. Für sie ist die Darstellung und Vergegenständlichung von emotionalen Erlebensinhalten in allen Formen künstlerischen Ausdrucks (Tanz, Poesie, Malerei, Ritual, Musik, Gestik) die Grundlage einer sinnlich-emotionalen Erkenntnis, welche sie von der diskursiv-rationalen Erkenntnis unterscheidet. Nach anderen TheoretikerInnen beinhaltet diese als "aisthetike episteme" definierte Erkenntnisform eine "Ethik der Gefühle" gegenüber abstrakt formulierten Moralvorstellungen.

Indem die Frauen der Kasena/Nankana im Norden Ghanas gemeinsam die Wände ihrer Gehöfte mit Symbolen ihrer Lebenswelt bemalen, bringen sie ihre ästhetisch-ethischen Werthaltungen gegenständlich zum Ausdruck. Diese Form der Darstellung ihrer spezifischen ethischen Praxis besitzt Relevanz nicht nur innerhalb der Kultur der Kasena/Nankana, sondern auch in Bezug auf unser Verständnis von Wissenschaft, Politik, Ökonomie und Kultur.

 

Agnes Neumayr: geb. 1965 in Saalfelden. 19811995 Ausbildung zur und Berufstätigkeit als Kinderkrankenschwester in Schwarzach/Pongau sowie Salzburg. Nach der Studienberechtigungsprüfung 1995 Studium der Politikwissenschaft in Innsbruck mit Schwerpunkt Afrika, einschließlich eines Aufenthalts in Ghana/Westafrika im WS 1998/99. Im Frühjahr 2000 Publikation der Diplomarbeit mit dem Titel "Aisthetike episteme" und die Politik der Gefühle (Verlag Afro-Pub Wien). Derzeit Vorbereitungen zum Studienprojekt im Rahmen des Doktorats mit dem Arbeitstitel "Die Wandmalkunst der Kasena/Nankana-Frauen im nördlichen Ghana", betreut von Prof. Dr. Fillitz am Institut für Ethnologie der Universität Wien.

 

AG Philosophische Frauenforschung des Instituts für Philosophie der Universität Wien u. Wiener Philosophinnen Club