Sprache, Körper und Politik. Neue Ergebnisse der feministischen Theorie und Geschlechterforschung

 

Das vorliegende Heft stellt neue Arbeiten aus dem Bereich der feministischen Theorie und Geschlechterforschung bzw. der Gender Studies vor. Die Beiträge gehen großteils zurück auf Vorträge, die im Rahmen der Seminarreihe Feministische Theorie und Frauenforschung am Institut für Wissenschaft und Kunst stattgefunden haben.1 Teilweise entstanden sie anlässlich eines Workshops,2 der mit Unterstützung des IWK abgehalten wurde.

Wir freuen uns, die Ergebnisse nun in überarbeiteter Form vorlegen zu dürfen: Dabei handelt es sich um Arbeiten, die aus unterschiedlichen Bereichen wie der Politikwissenschaft, der Bildungs- bzw. Hochschulpolitik, der Medientheorie, der Philosophie, der Erkenntnistheorie, der Kognitionswissenschaft, der Gesellschaftswissenschaften oder der Psychoanalyse stammen. Die verschiedenen disziplinären und methodischen Zugangsweisen der Autorinnen verbindet das Interesse an der Gleichbehandlung der Geschlechter auf allen gesellschaftlichen und kulturellen Ebenen. Die Art und Weise, wie dieses Ziel am besten erreicht werden soll, gibt dann aber auch durchaus Anlass zu kontroversiellen Einschätzungen und Urteilen; diese betreffen nicht nur die für die Geschlechterforschung so grundlegende Frage, wie Geschlecht im Spannungsbereich von Kultur und Natur zu bestimmen ist, sondern auch, welche feministischen Strategien Vorschub für die Gleichbehandlung der Geschlechter leisten und welche wissenschaftliche Methode für eine gewinnbringende Reflexion eingesetzt werden soll.

Nicht zuletzt auf Grund der hier sichtbar werdenden Methoden- und Meinungsvielfalt geben die Beiträge einen Eindruck von der Breite, Dichte und Vielgestaltigkeit der feministischen Theorien und genderspezifischen Diskurse in der Gegenwart. Als Herausgeberinnen würden wir uns sehr freuen, wenn dieses Heft zur Verbreitung des Gegenstandes, zur Vertiefung seiner Erkenntnisse sowie zu lebendigen Diskussionen in und außerhalb dieses Forschungsbereiches anregen kann.

Eva Waniek & Silvia Stoller    

Anmerkungen

1. Wir danken den Referentinnen für die Vorträge und dem Publikum für die lebendigen Diskussionsbeiträge.

2. Der Workshop wurde unter dem Titel "Körper, Sprache und Erkenntnis. Zur Bestimmung eines Verhältnisses im Bereich der Feministischen Philosophie / Geschlechterforschung" am Institut für Philosophie der Universität Wien am 22. 6. 2001 veranstaltet. Auf ihn gehen die Beiträge von Gertrude Postl, Katherine Rudolph und Silvia Stoller zurück. Für das Konzept und die Organisation zeichnete Eva Waniek verantwortlich. Bei dem Workshop handelte es sich um eine Veranstaltung der Arbeitsgruppe Philosophische Frauenforschung der Universität Wien und des Wiener Philosophinnen Clubs mit Unterstützung des Instituts für Wissenschaft und Kunst. An dieser Stelle sei auch den finanziellen Unterstützern gedankt, die die Durchführung ermöglichten: Herrn Ministerialrat und Regierungsrat Dr. Alois Söhn, Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Abteilung Z4 – Förderung Wissenschaftsbereich und allgemeine Kulturförderung, sowie Herrn SR Univ.-Doz. Dr. Hubert Christian Ehalt und Mag. Angelika Lantsberg von der Stadt Wien, MA 18 – Referat Wissenschafts- und Forschungsförderung.