Unter alten Linden liegt Waxenberg …

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Ernst Rüdiger Starhemberg, ein oberösterreichischer Adeliger, beschreibt das “liebe alte Haus” in dem er als Kind und Jugendlicher den Sommer verbrachte.

… ein schlichter einstöckiger Bau, bis unters Dach von immergrünem Efeu bedeckt. Träumerisch plätschert im Schloßhof ein alter Granitbrunnen, von Moos überwachsen.

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Heimat und Vergangenheit

Herbert Hrachovec war als Kunde Teil einer paradigmatischen Szene in einer Trafik. Darin wirft die Verkäuferin ihm, unter den Augen des strengen Inhabers, einen Blick zu, der den Kunden auf seine Seite ziehen will. Der Blick wird zum Symbol für einen Aspekt von Heimat. Eine Frage wird aufgeworfen:

(Wie) Kann man aus diesem Blick, einem unhinterfragbarem Vertrauensbeweis, “immer weitere Möglichkeiten erhalten”?

Die Frage macht einen Aspekt sichtbar, der in meinem letzten Blog-Beitrag über Heimat und Fremdheit ausgeblendet wurde. Heimat ermöglicht nicht nur die Erkundung von Neuem durch die Tatsache, dass man irgendwo angefangen hat. Konstellationen in der Heimat stellen einen vor die Wahl, eine begrenzende Wahl: Weggehen oder bleiben. Doch diese Wahl ist eine scheinbare, weil man die Heimat weder loswerden noch in ein ursprüngliches Verhältnis zu ihr kommen kann. Das macht Heimat und Vergangenheit verwandt. Im Folgenden ein paar Überlegungen dazu. Darin fließen eigene Erfahrungen sowie die Lektüre von Texten von Michel de Certeau und Paul Ricœur (via Hans-Dieter Gondek) ein. Sie kommen schließlich auf die Schuldenkrise Griechenlands zu sprechen.

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Heimat: Hafen und Hölle

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Andreas Kirchner schreibt im vorigen Blogeintrag:

Daraus kann ich mein Verständnis von Heimat gewinnen: Das, was einem ermöglicht, etwas Neues auszuprobieren. Ein Ort, von dem aus man aufbrechen und aus dem man immer weitere Möglichkeiten erhalten kann. Genauso wie meine Identität ist dieser Ort nicht eindeutig, er ist entzogen, zeigt sich fragmentarisch.

Ich möchte das an einer kurzen Episode testen, die sich unlängst in einer Tabaktrafik zugetragen hat. Es geht dabei nicht direkt um Heimat, wohl aber um die Herstellung von Identität und Fragmentierung an einem Ort der Möglichkeit und Flucht.

 

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Einfach zu verschieden

NichtsGemeinsam

“Wir haben nichts gemeinsam.
Wär’ vielleicht leichter wenn wir gleich wären, doch ist nicht so einfach.
Wir haben nichts gemeinsam, wozu die Heuchelei?

Freunden wir uns damit an, wir werden niemals Freunde sein.”
NMZS & Danger Dan – Nichts gemeinsam

In der Musiksendung “Heimatsound” im Bayrischen Fernsehen gibt die in München lebende Rapperin und Architekturstudentin Ebru Düzgün alias Ebow ein Interview. Darin nennt sie ein wichtiges Merkmal der gegenwärtigen Kultur:

“Multikulti ist an sich ein falscher Begriff, denn der Grundsatz dieser [heutigen] Kultur sind die vielen Kulturen. […] Multikulti kann man gar nicht mehr sagen. Das ist die Kultur jetzt.”

Die Vielfältigkeit ist ein Fakt. Die Ko-Existenz, das tatsächliche Zusammenleben mit Menschen mit verschiedenen Wertvorstellungen und sozialen Praxen ist jedoch nichts, das durch Gesetze geregelt werden kann. Unabhängig davon, von wo jemand kommt, weist unsere Gesellschaftsform Merkmale auf, die einen bestimmten Umgang mit Neuem nahelegen: Die Zitation von Elementen verschiedener Quellen wird gefördert und in einem scheinbar neutralen und säkularen Zusammenhang, der von ökonomischen und medialen Bedingungen mitgeprägt ist, präsentiert:

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Songs von Ebow einerseits und Hubert von Goisern andererseits finden sich nacheinander auf Volume 1 des Heimatsound-Samplers. Das aus “Heimat” und “Sound” zusammengesetzte Wort gibt bereits einen Hinweis auf die Kombination von Quellen unterschiedlicher Herkunft, aber auch darauf, dass das unkommentierte Nebeneinander-stehen-lassen nicht das Ende der Weisheit sein kann. Eine Aufgabe für die Konsumenten. Was unter dem Motto “So klingt Heimat” zu finden ist, ruft nach einer Auseinandersetzung. Es ist attraktiv, alles zusammenzuhören und als gleichberechtigte Beiträge und Indiz für die Vielfältigkeit der Heimat zu bewerben. Dem werde ich zuerst mit der Behauptung begegnen, dass die Werke der beiden Künstler (m/w) nichts gemeinsam haben. “Nichts gemeinsam” – so lautet auch ein Song der Antilopen Crew, der oben verlinkt ist, der einige Gedanken bei mir provoziert hat. Es folgen dann Überlegungen über die Zugänge zum Thema Heimat und Identität – aus Sicht und Gehör eines Amateurs.

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“Ich bitte Sie alle: sind Sie aufmerksam!”

I_gehdenken

Gerd Bachmann macht auf einen ORF-Bericht aufmerksam1. Es geht um das “Fest der Freude” zum Gedenken an das Ende des 2. Weltkriegs.

Die Zeitzeugin Helga Emperger, die erzählte, wie sie 1944 von der
Gestapo inhaftiert wurde, appellierte an die Besucherinnen und Besucher:
„Seien Sie aufmerksam, seien Sie wachsam, und sollte es irgendwo
Tendenzen geben, die unsere österreichische Demokratie gefährden, stehen
Sie auf!

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  1. Ich beziehe mich auf seinen Beitrag in der mailing list epoche. Zugänglich für Subskribentinnen
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