September 27, 2004

alteuropäische medientheorie ...

hartmut winkler, diskursökonomie. versuch über die innere ökonomie der medien.

in einem zug gelesen: endlich wieder theorie, grundsympathische noch dazu, konzentriert und schamlos abstrakt.

auf einem old school-label, mit einem very old school-titel (der mich bezeichnender weise vom kaufen eher abgehalten hat). nostalgische gefühle: als theorie noch ein ereignis war.

Starring: Foucault, Derrida, Baudrillard, Enzensberger, Lovink, McLuhan, Innis, Debray, Benjamin, Horkheimer/Adorno, Habermas, Luhmann, Leroi-Gourhan, Krämer, Kittler, Austin, Searle, Marx, Kluge/Negt, Saussure, Butler, Mauss, Freud, Flusser, Sohn-Rethel, Link, Latour.

das ist den fällen, die ich einigermaßen überblicke schon mal arg selektiv und willkürlich, aber das ist unvermeidlich und ok. notwendige arbeit. hinter dieses level mag ich nicht mehr zurück müssen. muss ich aber wohl, leider, so wie es aussieht. gegenwärtig kann ich mir im netz nicht einmal mehr einen ort vorstellen, wo man dieses buch so diskutieren könnte, wie es das verdient. was deprimierend ist.

nach der austreibung die defaitistische selbstabschaffung der geisteswissenschaften allenthalben. theorie ist tot. es gibt keine medientheorie-blogs.

ärgerlich: ausgerechnet der begriff von "medien". dass jemand, der so tüftlerisch denkt, da so verschwommen alles hineinpackt, was ihn korrekter weise interessiert. da hilft seine "kumulative mediendefinition" auch nichts, die seine studenten, für die er sie geschrieben hat (er selber brauchte das nicht?), auch nicht befriedigen wird.

tolles buch, trotzdem. detailbemerkungen werden folgen müssen.

Posted by martin at September 27, 2004 12:12 AM | TrackBack
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